Im Ausland arbeiten

Jan 24, 2018 | Auswandern | 0 Kommentare

Arbeiten im Paradies: Ich werde oft gefragt, was man denn auf den Philippinen so arbeiten kann und wie man dort am besten seinen Lebensunterhalt verdient. Meine Antwort: nichts und gar nicht. Zumindest empfehle ich niemanden, auf die Philis auszuwandern, wenn man noch einen Job oder ein Business machen muss.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Natürlich gibt es Menschen, die auch das dort erfolgreich tun. Wer ein wenig mehr erfahren möchte, wie und ob ein Business auf den Philippinen möglich ist, der kann einmal Kontakt zu einer ehemaligen Kollegin aufnehmen, die erfolgreich ein Hotel auf Panglao geführt, dieses aber vor einigen Jahren lohnend verkauft hat. Ebenfalls sind einige mehr oder weniger erfolgreich mit einem Internetbusiness tätig, andere versuchen sich in Sachen Immobilien, Bar oder Restaurant. Wirklich gut laufen die Delishops und Spezialgaststätten, die vor allem das westliche Publikum ansprechen. Aber leicht? Leicht ist keiner dieser Wege.

Philippinen: Arbeiten wollen viele, Chancen gibt es wenige

Wichtig: Haltet euch von windigen Angeboten fern. In Internetforen und Zeitungsannoncen werden oft vogelwilde Versprechungen für Traumjobs gemacht. Wer sich darauf einlässt, erlebt oft sein blaues Wunder und die Auswanderung ist vorbei, bevor sie richtig begonnen hat.

Plane Dein Business

Generell – nicht nur für die Philippinen – gilt: Willst Du ein Business machen, mache einen Businessplan. Dazu gehört eben auch eine Marktanalyse. Dann würden es die x-ten Restaurants, Boutiquen, Hostels, Tauchschulen, Gärtner und Hausmeistereien gar nicht geben. Und eine Menge Auswandererdramen auch nicht. Ja, das erfordert einiges an Wissen und ist viel Arbeit. Wenn Du Dir diese nicht machen willst, lass es!

Mit dem eigenen Shop Geld verdienen

Interessant für diejenigen, die ein wenig internetaffin sind, ist möglichweise ein Onlinebusiness oder Shop. Doch um auch damit relevante Summen zu erzielen, braucht es einen Plan und viel Arbeit. Zum einen braucht es das richtige Produkt, zum anderen die richtige Zielgruppe, die es kaufen will. Ich denke, mit Handel lässt sich grundsätzlich gut Geld verdienen (was man ja auch an den Alibaba-Chinesenmärkten gut sehen kann). Zu beachten sind aber natürlich die Zollbedingungen und die Transportkosten.

Dein Traum vom Leben in der Ferne muss dennoch nicht sterben. Sieh zu, dass Du einen Job findest. Ok, selbst das ist auf den Philippinen nicht leicht und wenn, dann für einen Hungerlohn. Vielleicht ist für den ein oder anderen mit Sprachkenntnissen noch eine Stelle in einem der vielen Callcenter interessant, die für hiesige Verhältnisse gut bezahlt sind. Diese aber sind meist in Manila – aber  wer will schon nach Manila ;- )?

Folgend ein paar Tipps, je nachdem, welche Auswanderung ihr vorhabt:

Temporärer Ausstieg

Ihr wollt weg, unbedingt. Aber nicht für immer. Aber ihr müsst irgendwie Geld verdienen? Ok, das geht. Wenn die Ansprüche nicht sonderlich hoch sind und ihr keine Verpflichtungen habt, gibt es sogar eine ganze Menge Möglichkeiten. Denn selbst, wenn das Land sich nicht als eure Traumdestination entpuppt – ihr seid ja nur temporär dort.

Jungen Menschen kann ich sogar nur wärmstens empfehlen, eine Zeit im Ausland zu verbringen. Denn es gibt kaum eine Erfahrung, die den Horizont mehr erweitert. Was allerdings passieren kann: ihr wollt nicht mehr zurück.

Ich selbst habe vor bald 20 Jahren eine längere Auszeit genommen und als Reiseleiterin an verschiedenen Destinationen und dann auf der AIDA gearbeitet und so viel über die Welt, über die Menschen und über mich selbst erfahren.

Folgend ein paar Links, die euch vielleicht bei der Jobsuche helfen:

Auslandsjobs

Touristik Career

Karriere auf der AIDA

Job auf dem Schiff

Seachefs

Raus von Zuhaus

Kompletter Ausstieg

Ihr wollt alle Zelte in Deutschland abbrechen? Das geht, hängt aber sehr von der Branche ab, in der ihr einen Job sucht – und natürlich von euren Qualifikationen.

Ihr habt Familie und trotzdem von Deutschland genug? Dann gehört ihr zu der Gruppe, die es am schwersten hat. Denn ihr fällt nicht nur für euch eine wichtige Entscheidung, sondern auch für eure Kinder. Ihr müsst euer Wunschland auf noch ganz andere Kriterien prüfen. Aber je nach Zielland kann die Ausbildung sehr viel besser sein als in Deutschland (leider mittlerweile).

Für Auslandsjob gibt es aber auch zahlreiche Börsen, die man durchstöbern kann, beispielsweise:

Overseas Jobs

Eurojobs

Go abroad

Internationale Jobs

Kimeta

Auslandskarriere

Alumniportal

Man hat nur zwei Leben: das zweite beginnt, wenn man erkennt, dass man nur eines hat

Wer das Glück hat, nicht dem schnöden Mammon hinterherjagen zu müssen, also nicht arbeiten zu müssen und sein Auskommen geregelt hat, der sollte dennoch einige grundsätzliche Überlegungen anstellen. Kann ich mich so sehr entspannen, dass ich loslassen kann? Kann ich wirklich mein Tempo drosseln und die Langsamkeit in all ihren Facetten entdecken? Kann ich meinen Alltag ohne Arbeit und Projekte gestalten und ihm einen Rahmen geben, meinem insgesamt Leben einen Sinn neben der nächsten Aufgabe von außen geben? Lacht nicht, eine Menge Menschen können genau das nicht.

Kann ich damit leben, geduldig Unwichtiges unwichtig sein zu lassen und meine Werte nicht mehr permanent in den Mittelpunkt des Bestrebens zu setzen? Ist es ok für mich, mich nicht mehr über Meetings, Kongresse oder Termine zu definieren, sondern ausschließlich über mich selbst?  Schaffe ich es, bei Gegebenheiten gelassen zu sein, bei denen ich heute vielleicht noch platzen könnte?

Deutsche Tugenden sind nicht immer gefragt

Was ein wenig provokativ klingt, ist gar nicht zu abwegig. Ich selbst habe in jungen Jahren viel Zeit im Ausland gearbeitet und konnte nicht verstehen, dass sich andere Expats – meist solche, die schon lange in der neuen Umgebung lebten – mit manchen Unterschieden nicht nur nicht klar kamen, sondern sie regelrecht verteufelten.

Nun, gesunde Kritik ist bei Missständen immer angebracht. Dennoch….ich bin Gast in diesem Land, selbst, wenn es für mich die neue Heimat ist. Und ich habe mich anzupassen. Das erwarte ich umgekehrt in Deutschland zu Recht auch – wobei, zu viele erwarten das nicht, mit ein Grund für unsere Auswanderung.

Das bedeuted nicht, dass ich nicht den ein oder anderen vielleicht mit meinen Erfahrungen, Ideen, Gedanken und Prägungen – den deutschen – beeinflusse. Aber ich darf nicht als Grundgesinnung sehen „am deutschen Wesen soll die Welt genesen….“ Nein danke!

Ergo: Leben und loslassen heißt auch, sich selbst ernst, aber nicht mehr wichtig zu nehmen.