Verdacht auf Tollwut – da hört der Spaß auf

Aus aktuellem, sehr traurigen Anlass, kommt dieser Artikel wieder einmal ganz nach oben. Nochmals mein Appell an alle, die nach Asien reisen: LASS EUCH IMPFEN! Für sie kam jede Hilfe zu spät…

Wenngleich die Philippinos die Tollwut auf den Inseln dank kostenfreier Impfung mittlerweile recht gut in den Griff bekommen haben, ist die Angst vor der Virusinfektion immer noch recht hoch. Zu Recht, denn es gibt immer wieder Gegenden, in denen die Krankheit noch nicht ausgemerzt ist. Und streunende Hund gibt es fast so viele wie Sand an den Stränden  – je nachdem, auf welcher Insel und in welchem Barangay man unterwegs ist.

Hundebiss: Verdacht auf Tollwut

Nach einem Angriff eines streunenden Hundes am Strand sind wir beide nicht sicher, ob wir uns mit Tollwut infiziert haben oder nicht. Das Dumme an Tollwut ist, dass man nicht einfach warten kann, bis die ersten Symptome auftauchen. Denn wenn man wartet, bis sich Kopfschmerzen, Übelkeit und Juckreiz einstellen, ist es zu spät – dann ist die Krankheit nicht mehr heilbar und zu hundertprozent tödlich.

Also führt uns unser Weg wieder ins SUMC (Silliman University Medial Center). Dank der Unterstützung durch unsere Agentur wissen wir schon, zu welchem Doktor wir müssen. Allerdings, eine Nummer müssen wir dennoch ziehen und einige Zeit warten, bis man uns ins Sprechzimmer ruft.

Dr. Rosario sieht wie wir den Ernst der Lage. Da wir nicht vorgeimpft sind, müssen wir sowohl eine aktive als auch eine passive Immunisierung über uns ergehen lassen. Die Behandlung umfasst fünf aktive Impfungen innerhalb von 28 Tagen und eine passive Impfung in den Arm und rund um die Bissstelle. Kostenpunkt für die gesamte Behandlung: Um die 2.000 Euro. Wir wissen zwar noch nicht, ob unsere Krankenkasse das übernimmt. Aber eine Wahl haben wir nicht.

Ende der Freundlichkeit

Der Arzt verschreibt uns die notwendigen Impfstoffe. Um sicherzustellen, dass die Arznei in ausreichendem Maße vorhanden ist, ruft er rasch bei den beiden Apotheken an, die dem Krankenhaus direkt angeschlossen sind. Dort versichert man ihm, dass alles vorrätig vorhanden sei.

Wir marschieren also direkt im Anschluss zur Pharmazie, wo uns die hübsche Angestellte freudestrahlend erklärt, dass sie gar nichts auf Lager hätten, ich es aber doch bitte einmal bei den Kollegen am anderen Ende der Klinik versuchen soll. Den Hinweis auf den Anruf des Arztes ignoriert sie mit einem bezaubernden Lächeln.

 

 

Leider tut man auch in der anderen Apotheke so, als wüsste man nichts von einem Impfstoff.  Ja, und dass der Doktor angerufen habe, davon wisse man auch nicht. Wir könnten es aber ja mal in einer der Apotheken in der Stadt versuchen.

Da endet meine asiatische Freundlichkeit schlagartig und ich werde laut. Sehr laut. Nach dem ersten Schock beginnen die Damen zu wuseln und zu telefonieren, zu suchen und zu stöbern. Und siehe da, plötzlich ist die gesamte Impfportion für den ersten Tag vorhanden.

Damit marschieren wir wieder in die Notaufnahme, wo uns die Ärzte den Impfstoff verabreichen sollen. Dort sitzen wir aber erst einmal. Nach rund einer Stunde kommen zwei junge Asiaten und bitten uns freundlich in einen einfachen Untersuchungsraum, wo wir auch direkt die erste aktive  Impfung erhalten.

Kein Vergnügen

Danach grinsen die beiden und fragen uns, ob wir schmerzresistent seien. Nun, Weicheier sind wir beide nicht, also bejahen wir das. Ein wenig mulmig wird es uns dann allerdings, als wir die riesigen Spritzen sehen. Die beste meiner Hälften war in den Handballen am Daumen gebissen worden, ich in die Finger. Und das Serum aus der riesigen Spritze muss rund um die Bissstelle gespritzt werden.

Nein, zum Schluss bin ich nicht mehr schmerzresistent, nachdem der Weißkittel die riesige Spritze unbarmherzig immer und immer wieder entlang der Knochenhaut setzt. Der Handballen meines Mannes war schon dreimal so dick wie sonst und ich sah ihm an, welche Schmerzen auch er hatte. Dennoch versuchte er noch, mich mit Späßen abzulenken. Bei mir kullerten allerdings am Ende die Tränen. Wer einmal eine Knochenhautentzündung hatte, weiß, wie schrecklich es schmerzt.

Übernahme der Kosten

Unsere Langzeit-Auslandskrankenversicherung der Hanse Merkur hat übrigens alle Kosten anstandlos und schnell übernommen. Großes Lob und großer Dank!

Tipp

Daher, Leute, ein wichtiger Tipp: Lasst euch vorher impfen! Das ist günstiger und weniger schmerzhaft.