„Das ist ein Land zum Sterben, nicht zum Leben.“ Diesen Spruch musste die beste meiner Hälften immer wieder von mir hören. Sowohl nach dem Tod unseres Lucky, als auch nach unserer knappen Erfahrung mit der Tollwut. Vor allem aber auch nach dem Abschied manch guter Freunde, die plötzlich erkrankten und es nicht geschafft hatten …

Zu einem glücklichen Leben gehört auch, ehrlich zu sich sein. Und wir sagten uns ehrlich, dass wir nicht auf den Philippinen alt werden wollen – und vermutlich auch nicht würden.

Wie sagte unser Doktor schon: „Ihr Europäer seid nur bedingt geeignet für die Philippinen. Denn bei uns feiern Bazillen und Viren das ganze Jahr über Party.“ Ausnahmen kennen wir. Wir gehören nicht dazu.

Nicht unsere Lebensqualität

Aber nicht nur das war der Grund, noch einmal weiterzuziehen. Auch die politische Situation ist für uns so, dass wir uns das nicht freiwillig antun müssen. Und nicht zuletzt: Uns fehlt die Lebensqualität.

Und so entschieden wir uns, weiterzuwandern. Nein, die Philippinen geben wir nicht ganz auf. Aber sie werden uns auch nicht mehr ganz für sich einnehmen.

Dazu muss ich sagen, dass mein Destinationswunsch, als wir über die Auswanderung nachgedacht haben, Spanien war. Genauer gesagt, Andalusien. Es war zwar schon 20 Jahre her, dass ich dort eine wunderbare Zeit verbracht hatte. Aber die Erinnerung daran war wie …. nach Hause kommen. Da wir aber ein Land suchten, in dem man Englisch spricht, fiel Spanien damals flach.

Mit geänderten Erfahrungswerten jedoch sieht die Welt gleich ein wenig anders aus. Also fing ich bereits auf den Philippinen an, meine Spanischkenntnisse aufzufrischen.

Autoverkauf: Nicht so einfach wie gedacht

Jetzt musste allerdings, bevor wir irgendwas planten, das Auto verkauft werden. Dazu muss man sagen, dass so ein Fahrzeug um die eine Million Pesos kostet, umgerechnet 17.000 Euro. Davon leben manche Familien auf den Philippinen ein Leben lang. Finde also jemanden, der das Geld hat – und es dann auch noch für ein Auto ausgeben will. Ganz ehrlich, die meisten Expats haben dort selbst nichts und kaufen irgendeine Kiste für einige Hundert Euro.

Ich wurde nervös. Mein Liebster ging im Preis runter. Ich war dankbar. Aber nichts. Ich wurde noch nervöser. Nach drei Monaten dann endlich eine ernstgemeinte Anfrage. Und dann ging es ganz schnell mit dem Verkauf. Und wir hatten das gute Gefühl, einen wirklich guten und gepflegten SUV zu verkaufen.

Für unseren lieben Pauli haben wir ein tolles Zuhause gefunden. Benny, über den ich noch mehr berichten werden, mussten wir leider bei unseren Vermietern zurücklassen – er war immerhin ihr Hund. Ein wunderbarer Kerl. Es tut richtig weh, ihn zurück zu lassen.

Weiterwandern nach Spanien

Make a long story short: Es geht erst einmal jetzt Richtung Europa, Spanien. Fix den Flug gebucht – welch Glück, dass wir die Titterbestimmung für Sheffield gemacht haben. Nach einem schönen Abschiedsessen geht es dann noch einige Tage nach Panglao und dann von Cebu aus wieder über Seoul zurück, diesmal nach Barcelona.

Puhhh, was soll ich sagen? Wir waren verdammt froh, wieder europäischen Boden unter den Füßen zu haben. Und schon ging es ins nächste Abenteuer. Denn nun wollten wir, da wir nicht wussten, wo es gefällt, in Ruhe die Küste erkunden. Und daher führten uns die nächsten sieben Wochen von Barcelona bis nach Huelva – mal sehen, wo es passt.